Unsichtbare Schadstoffe im Gebäude: Diese Hinweise sollten Eigentümer ernst nehmen
- 10. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Altbauten besitzen oft eine besondere Ausstrahlung. Doch nicht alles, was historisch wirkt, ist harmlos. Hinter alten Bodenbelägen, Wandaufbauten, in Treppenhäusern oder Deckenkonstruktionen können sich Stoffe verbergen, die nach heutigen Standards als gesundheitsgefährdend oder umweltschädlich gelten.

Wer Sanierungs- oder Rückbaumaßnahmen plant, sollte daher typische Merkmale kennen, die auf schadstoffhaltige Baustoffe hindeuten. Deshalb gehen wir in diesem Beitrag darauf ein, worauf es ankommt und weshalb eine fachkundige Analyse unverzichtbar ist.
Warum ältere Gebäude besonders anfällig für Schadstoffe sind
Viele Materialien, die bis in die frühen 1990er-Jahre verbaut wurden, entsprechen nicht mehr den heutigen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen. Häufig betroffen sind unter anderem:
Asbest in Dachplatten, Bodenbelägen oder Dämmstoffen
Künstliche Mineralfasern (KMF) in älteren Dämmungen
PCB in Dichtmassen oder Anstrichen
PAK in Klebern und teerhaltigen Produkten
Diese Baustoffe galten damals als langlebig, widerstandsfähig oder feuerfest. Ihre Risiken wurden jedoch erst später wissenschaftlich bestätigt.

Typische Warnsignale: So erkennen Sie mögliche Schadstoffbelastungen
Auch wenn Schadstoffe oft auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind, gibt es klare Hinweise, die misstrauisch machen sollten:
1. Baujahr vor 1995
In Gebäuden aus dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, auf belastete Materialien zu treffen, besonders bei Bauten aus der Nachkriegszeit oder dem DDR-Bestand.
2. Unklare Materialstrukturen oder ungewöhnliche Baustoffe
Wellplatten an Dach oder Fassade
Schwarze Bitumenkleberreste unter alten Bodenbelägen
Faserige, juckende oder bräunlich-gelbe Dämmstoffe
Solche Materialien können Asbest, PAK oder ältere KMF enthalten.
3. Beschädigte Bauteile und Materialzerfall
Risse, bröckelnde Fugen, abplatzende Oberflächen oder verwitterte Platten können zur Freisetzung von Fasern oder Schadstoffpartikeln führen.
4. Auffällige Gerüche beim Rückbau oder Öffnen von Bauteilen
Stechende oder chemische Gerüche während Abbrucharbeiten können auf Lösungsmittel oder andere Schadstoffe hindeuten.

Warum Schadstoffe für Laien schwer zu erkennen sind
Viele risikobehaftete Baustoffe ähneln optisch modernen, unkritischen Materialien. Asbestzement wirkt beispielsweise wie gewöhnlicher Beton, während ältere Dämmungen kaum von modernen Mineralwollen zu unterscheiden sind.
Umso wichtiger ist eine professionelle Bewertung, denn die Gefährdung steckt meist im Detail, insbesondere in der chemischen Zusammensetzung.
Professionelle Schadstoffanalyse: Der sichere Weg vor jeder Sanierung
Bevor mit Umbau-, Abbruch- oder Sanierungsmaßnahmen begonnen wird, sollte zweifelsfrei geklärt sein, ob im Gebäude Schadstoffe vorhanden sind.
Eine fachgerechte Untersuchung umfasst:
Entnahme und Laboranalyse verdächtiger Baustoffproben
Erstellung eines Sanierungs- und Schutzkonzepts nach TRGS 519 / 521
Rückbau, Entsorgung und Dokumentation nach geltenden Sicherheitsstandards
Gerade bei Sanierungen im laufenden Betrieb oder im bewohnten Umfeld ist dies unerlässlich, um Personen und Umwelt zuverlässig zu schützen.
Fazit: Mit frühzeitiger Prüfung Risiken vermeiden
Wer vermutet, dass Schadstoffe im Gebäude vorhanden sein könnten, sollte diesen Verdacht keinesfalls ignorieren. Eine professionelle Bewertung bietet Sicherheit und das für Bewohner, Eigentümer und die Umwelt. Außerdem schafft dies Rechtssicherheit für alle weiteren Bauentscheidungen.
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